Altmarkzeitung Alturas, Palo negro, Tríptico, Tempestad... Was Juan Saúl Villao Crespo und Max Loeb in der Kapelle zu Briest ankündigen, lässt Zuhörer in der Folge immer wieder die Augen schließen. Eine sonntägige "Reise durch Lateinamerika" die keines Übersetzers bedarf. Erstgenannter greift zur Quena, beherrscht das Blasinstrument aus Bambus augenscheinlicht perfekt. Die Panflöte mindestens genauso. Sein Partner behandelt die Saiten der Gitarre so, wie es sich wohl für einen in Bogotá geborenen Musik-Hochschüler aus Dresden einfach gehört. Ihr Spiel ist mal schnell und kraftvoll, mal sinnlich, ungemein melancholisch. Mit Tönen, die scheinbar nie enden.
Wer sich auf die Klangwelt des Duos einlässt, der fügt in seiner ganz eigenen Fantasie vielleicht das eine oder andere Detail noch hinzu: einen stolzen Kondor in den Anden, eine exotische Blüte... Sicherlich ein leicht verklärtes Bild des Lebens dort, doch das interressiert in diesem Moment nicht. Der in Ecuador Aufgewachsene lässt seine Lippen eindrucksvoll jene Luft dosieren, die in den Röhrchen der Panflöte das erzeugt, was die Zuhörer im sakralen Gemäuer regelmäßig mit Beifall honorieren. Eigenkompositionen und Folklore, Gesang und Instrumentalmusik - ein gelungener Auftakt der Veranstaltungsreihe.
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